Sema & Taksim

SEMA, in Ankara geboren, wuchs mit dem musikalischen Reichtum einer Kultur auf, in der über zwei Jahrtausende hinweg Einflüsse aus drei Kontinenten aufeinander trafen und zur Blütezeit des osmanischen Reiches eine einzigartige Symbiose eingingen. Ihre Kindheit war von tausend Jahre alten Volksliedern begleitet - Tanzlieder der Fischer vom Schwarzen Meer, Hochzeitslieder der Bauern Anatoliens, schwerblütige Epen von Krieg und Vertreibung und die von den sozialen Umbrüchen und politischen Wirren der Post-Attatürk-Ära geprägten Songs unseres Jahrhunderts. Der tiefen SpiritualitŠt der von islamischer Mystik geprägten Lieder der Derwische des Mittelalters stehen Kunstlieder des 18./19. Jahrhunderte gegenüber.
Doch je mehr die naive Freude und sinnliche Verführung durch Rhythmen und Melodien sich zu einem weitergehenden Verständnis der komplexen Strukturen entwickelte, desto kritischer hörte Sema deren gängige Interpretation. Konventionelle Klischees, falsch verstandene oder sinnentleerte Traditionsbegriffe und von engen Moralauffassungen geprägte Tabus hatten sich zu einer leeren Form entwickelt. Die ursprüngliche Lebendigkeit der Musik waren hinter deren Folklorismus kaum noch zu ahnen. Es mußte möglich sein, die Unmittelbarkeit dieser Lieder zurückzuholen, ihre Wurzeln zu bewahren und sie so zu vermitteln, daß eine andere Zeit und ein anderes Lebensgefühl sich in ihnen wiederfinden.
Um den notwendigen Freiraum für diesen zweifachen Bruch - als Frau und als Künstlerin - mit den Erwartungen einer traditionell männlich geprägten Gesellschaft zu finden, suchte Sema außerhalb ihrer Kultur nach kreativen Impulsen und Konfrontationen. Sie nahm in Deutschland Gesangs- und Schauspielunterricht, sang mit türkischen Musikern in ganz Westeuropa, arbeitete mit Jazzmusikern, sang Brecht und klassische Opernliteratur.
Schlie§lich fand Sie in der Berliner Musikszene ganz allmählich zu der ihren Vorstellungen entsprechenden Form. Mit Dieter Moritz traf Sema denjenigen, der ihre Ideen kompositorisch umsetzten konnte. Gemeinsam mit ihm gründete sie 1989 die Gruppe Taksim.

Der Name TAKSIM ist Programm und Referenz zugleich: zunächst heißt so ein alter Stadtteil und beliebter Treffpunkt in der türkischen Metropole Istanbul. Die faszinierende Stadt am Bosborus ist Gegenstand vieler Lieder von Sema & Taksim.
Zum anderen ist Taksim die Bezeichnung für eine freie Improvisation, mit der in der klassischen türkischen Musik in Tonart und Stimmung eines Liedes eingeführt wird. In seiner Wesensverwandtschaft zum Jazz erweist sich dieses traditionelle Stilmittel als fruchtbarer Ansatz für die musikalische Integration verschiedener Kulturen und steht gleichermaßen für ein künst-lerisches und menschliches Prinzip: das spielerische Sich-Hineinfühlen, die behutsame Annäherung, die uns mit Unbekanntem vertraut machen will. Die freien Vorspiele, die Vokal- und Instrumentalimprovisationen, die den ursprünglich einstimmigen Melodien unterlegten Harmonien werden so zum verbindenden Element.

Inhalt wird im Moment aktualisiert.

Demos aus der CD "Hommage an Istanbul "

Konzerte 2001:

Pressestimmen:

1997

Hommage an Istanbul (1997, Peregrina Music PM50071)

1995

Shihir - Zauber (1995, Peregrina Music PM50021)

Sema & Taksim

Sema & Taksim

Sema & Taksim

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Sema & Taksim

keine aktuellen Tourneen geplant

zu SIHIR - ZAUBER

"Der erste Titel "Camlica" zeigt, wo"s langgeht. Frisch und lebendig, poetisch und optimistisch kommt die Musik der Gruppe Sema & Taksim daher." Saarbrücker Zeitung

"Ein wahrgewordener Traum ist das Debutalbum der türkisch-deutschen Formation Sema & Taksim. ... Das Produkt der Arbeit des Quartetts mit SŠngerin Sema ist eine fantastische CD voller Wendungen und stilistischer Wechsel zwischen türkischen Melodien, typischen, vertrauten Poplinien und Jazzarrangements. Die Sängerin hat viel Charisma, erinnert partiell an Maria Farantouri. ... Sema & Taksim - ein gelungener Versuch weltmusikalischer Symbiose." musikblatt

"Dieses Quartett unterstützt die Sängerin Sema flexibel und nach Kräften bei ihrem Versuch, dem türkischen Lied einen Weg in die Zukunft zu weisen. Prädikat: mutig."Stereoplay

Orientalische Musik hat auf dem Markt wenig Chancen. Sema könnte das ändern, den die in der Türkei geborene Sängerin verbindet auf ihrer Platte "Sihir - Zauber" traditionelle und neuere türkische Lyrik mit westlicher Jazzmusik, gespielt von ihrer Band Taksim ...
Herforder Kreisblatt

zu HOMMAGE AN ISTANBUL

"Ein Album, bei dem man die Augen schließt und die Lauscher auf Reisen schickt." Der neuer Tag

"In einem geradezu kammermusikalischen Ambiente eröffnet die in Ankara geborene Sängerin ihre Liebeserklärung an die Stadt am Bosporus. ... Ein interessaner Ausflug durch die Musikkultur einer jahrhundertealten Metropole." Cybermedia

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Demos aus der CD "Shihir - Zauber "

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